 |
| Wandel nicht auf Kosten der Beschäftigten! |
Die
Bankarbeitgebergeber verschärfen ihr Szenario der Düsternis: In den
Tarifverhandlungen gehe es um die Existenz des deutschen Bankwesens. Der Virus
sei gesetzt, Man befinde sich in der Inkubationszeit, der Ausbruch stehe kurz
bevor….
Auseinandersetzung
über Höhe der ver.di-Forderung
Massive
Kritik äußerten die Bankarbeitgeber an der Höhe der ver.di-Forderung. Doch
selbst die Bundesbank veröffentlichte kürzlich die Sorge, zu geringe
Lohnzuwächse könnten die aktuelle niedrige Inflation festigen. Solche Effekte
wären dann festzustellen, wenn „im Rahmen der Tarifrunden nicht etwa die
angestrebte Inflationsrate von unterhalb, aber nahe 2 Prozent als Maßstab
herangezogen würde.“ (zitiert nach FAZ, 19.05.2016). Doch davon wollen die
Bankarbeitgeber nichts wissen.
Nullrunde?
Während
ver.di die Forderung mit der Zielinflation der EZB (2%), der Trendproduktivität
(1,5%) und einer Umverteilungskomponente begründet, stellen die Bankarbeitgeber
ihre Sicht der Dinge in den Raum: Inflation: „derzeit minimal (0,2%)“, Produktivitätsentwicklung
in Banken: „stagniert bestenfalls (0%)“, Umverteilung:
„nein“ (0%) - Bankangestellte verdienten ohnehin
zu viel. Somit besteht das Risiko, dass Bankangestellte von der allgemeinen
Gehaltsentwicklung weiter abgekoppelt werden. Dazu der Verhandlungsführer der
Bankarbeitgeber: „I don’t care.“
Wir wollen ein verhandlungsfähiges
Angebot
Für
die Mehrheit der Beschäftigten in der Kreditwirtschaft (z.B. Sparkassen,
Sparda-Banken, Postbank, verschiedene Servicegesellschaften) gibt es bereits
Tarifabschlüsse - z.T. deutlich mehr als 2%.
ver.di
fordert auch von den Bankarbeitgebern in der nächsten Verhandlungsrunde endlich
ein verhandlungsfähiges Gehaltsangebot! Ob es überhaupt dazu kommt, ist noch
völlig offen.
„Wake up – Call“
So
benannten die Bankarbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde ihren Vorstoß,
Bankbeschäftigte zukünftig schlechter zu stellen als Beschäftigte in anderen
Branchen. Sie wollen uns „aufwecken“, damit wir endlich verstehen, dass sich
die Banken keine Gehaltserhöhungen für ihre Beschäftigten leisten können oder
wollen.
Wir
meinen: Dieser „Wake up – Call“ gilt für alle Bankbeschäftigten – in diesem
Sinn: Wer für seine gute Arbeit eine angemessene Gegenleistung erhalten möchte,
sollte jetzt munter werden…..
Auch
für AT-Beschäftigte dürfte die Befürchtung allmählich zur Gewissheit werden:
Rechtssicher vereinbarte Gehaltserhöhungen gibt es nur mit einem Tarifvertrag.
Gemeinsam durchgesetzt.
Protestaktionen
In
den letzten Tagen fanden regionale Protestaktionen statt. Auch am Verhandlungstag
in Frankfurt.
Die
ver.di-Verhandlungskommission: Diesen Weg müssen wir jetzt fortsetzen. Auf Protest folgt
Streik. Ohne Streik kein Gehaltstarifvertrag.
Labels: Hintergrund