Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 230.000
Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes ist am heutigen
Mittwoch (4. Mai 2016) in Berlin ohne Ergebnis vertagt worden. Die
Arbeitgeber haben die Forderungen der Vereinten
Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nach einer Erhöhung der Gehälter um
4,9 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten zurückgewiesen und
kein Angebot vorgelegt.
Bereits in der Bewertung der
Ausgangssituation lagen die Positionen der beiden Tarifparteien weit
auseinander. ver.di machte in den Verhandlungen deutlich, dass sich die
Banken trotz der Herausforderungen wie der zunehmenden Digitalisierung
und Regulierung sowie der Niedrigzinsphase zunehmend konsolidieren und
sich insgesamt in einer wirtschaftlich stabilen Lage befänden.
„Die
Beschäftigten sind in den letzten Jahren stark in Vorleistung gegangen
und haben dafür gesorgt, dass die Banken Probleme gut meistern konnten“,
betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister. „Es ist
Zeit, dass die Institute beginnen, den Kredit, den sie bei ihren
Beschäftigten aufgenommen haben, abzuzahlen.“ Die Herausforderungen, die
durch Umbrüche im Bankgewerbe entstanden seien, wären vor allem auf die
Beschäftigten abgewälzt worden. So sei die Arbeit der Bankbeschäftigten
durch Personalabbau, Arbeitsverdichtung und neue Anforderungen durch
digitale Arbeitsprozesse, verändertes Kundenverhalten deutlich
anspruchsvoller und belastender geworden.
Die
Arbeitgeberseite machte deutlich, dass sie für den weiteren Umbau mehr
Zeit brauche und dass man sich diese Zeit auch bei den Beschäftigten
durch einen geringeren Lohnabschluss erkaufen wolle. Die
ver.di-Verhandlungskommission forderte die Arbeitgeber auf, die gute
Arbeit der Beschäftigten anzuerkennen und in der nächsten Runde ein
verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.
Einig sind sich
die Tarifvertragsparteien offenbar darin, dass es bei den Verhandlungen
auch um Maßnahmen zur Aufwertung der Ausbildung in der Bankenbranche
gehen muss.
„Es ist deutlich geworden, dass wir noch
einen weiten Weg vor uns haben und sehr weit auseinander liegen. Dafür
werden die Beschäftigten, die sich täglich mit großem Engagement für ihr
Unternehmen einsetzen, kein Verständnis haben“, so Meister.
ver.di
fordert 4,9 Prozent mehr Gehalt, für Auszubildende 80 Euro. Die
Laufzeit des Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen. Die nächste
Verhandlungsrunde findet am 1. Juni 2016 in Frankfurt/Main statt.
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