Die
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) startet die interne
Forde-rungsdiskussion für die Tarifrunde bei den privaten und
öffentlichen Banken. Am 8. März 2016 wird die ver.di-Tarifkommission die
Forderungen beschließen. Dazu werden die in ver.di organisierten
Bankbeschäftigten derzeit im Wege einer breit angelegten Befragung zu
tariffähigen Themengebieten an gesprochen.
Schon
jetzt sei klar, dass ver.di deutliche Spielräume für Gehaltserhöhungen
der rund 230.000 Beschäftigten sehe, erklärt
ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph
Meister, da viele Institute trotz Niedrigzinsphase und
Restrukturierungsmaßnahmen weiterhin Gewinne erwirtschaften.
„
Unsere Analysen belegen, dass nicht nur die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken unverändert ordentliche Erträge generieren, sondern auch die privaten und öffentlichen Banken im originären Kundengeschäft durchaus profitabel sind", betont Meister. So hatte erst am Freitag die Commerzbank verkündet, ihren Gewinn im Jahr 2015 vervierfacht zu haben. „
Wir stehen für eine Tarifpolitik mit Augenmaß. Falsche Bescheidenheit ist aber fehl am Platz, denn Bankbeschäftigte
sorgen dafür, dass wir in Deutschland ein gut funktionierendes Bankwesen haben und Kundinnen und Kunden wertvolle Beratung in
existenziellen Fragen erhalten. Bankbeschäftigte erarbeiten stabile Erträge für die Institute. Sie verdienen Wertschätzung, denn sie erbringen qualifizierte Beratungsleistungen in existenziellen Fragen, und das muss sich auch in den Gehaltssteigerungen widerspiegeln." Die Einkommenssituation der Bankangestellten sei nicht vergleichbar mit
derjenigen von Investmentbankern oder Bankmanagern.
Die
Anforderungen an die Beschäftigten würden immer größer, so würde
beispielsweise die berechtigte Forderung nach mehr Regulierung und
Transparenz der Finanzmärkte vor allem durch einen erhöhten Beratungs-
und Dokumentationsaufwand auf die Beschäftigten übertragen. „
Eine
Gängelung von gut ausgebildeten Kundenberatern durch überbordende
Formalitäten und ein generelles unter Verdacht stellen durch ein
bundesweites Beraterregister sind wenig taugliche Mittel, um Verbraucher
wirksam zu schützen", so Meister. Dies dokumentiere sich auch an einer
ausgesprochen geringen und zudem rückläufigen Zahl von Beschwerden der
Kundinnen und Kunden.
Die ver.di-Tarifkommission beschließt ihre
Forderungen am 8. März 2016 in Berlin. Die erste Verhandlungsrunde
findet am 4. Mai 2016 in Berlin statt.
Für Rückfragen
Jan Duscheck
Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe
Tel.: 0160/6166687
Martina Sönnichsen
ver.di-Bundesvorstand
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